Systemakkreditierung

Generelle Information

Gegenstand

Das interne Steuerungs- und Qualitätssicherungssystem einer Hochschule im Bereich Lehre und Studium ist Gegenstand der Systemakkreditierung: Die für Lehre und Studium relevanten Strukturen und Prozesse werden darauf überprüft, ob sie zum Erreichen der Qualifikationsziele und zur Gewährleistung hoher Qualität geeignet sind, wobei die „Standards and Guidelines for Quality Assurance in the European Higher Education Area“ (ESG), die Vorgaben der Kultusministerkonferenz (KMK) und die Kriterien des Akkreditierungsrates (AR) Anwendung finden.

Das Verfahren der Systemakkreditierung wurde von folgenden Hochschulen bereits erfolgreich durchlaufen: Liste systemakkreditierter Hochschulen

Ziel

Eine positive Systemakkreditierung bescheinigt der Hochschule, dass ihr Qualitätssicherungssystem im Bereich Studium und Lehre geeignet ist, ihre Qualifikationsziele zu erreichen, die Qualitätsstandards ihrer Studiengänge zu gewährleisten und dabei eine Qualitätskultur zu schaffen, die von einem breiten Qualitätsbewusstsein in der Hochschule getragen wird. Studiengänge, die nach der Systemakkreditierung eingerichtet werden oder bereits Gegenstand der internen Qualitätssicherung nach den Vorgaben des akkreditierten Systems waren, sind somit akkreditiert.

Qualitätsregelkreis

Die Elemente bilden in ihrer Abfolge einen auf kontinuierliche Qualitätsverbesserung ausgerichteten Qualitätsregelkreis, der die validen Ziele des Studiengangs als zentralen Ausgangspunkt nimmt. Valide Ziele sind jene Ziele, die konzeptionell und/oder empirisch auf ihre Zulässigkeit und Zweckmäßigkeit hin überprüft sind. Konzept, Implementierung des Konzepts, Überprüfung der Zielerreichung und mögliche Verbesserungen werden konsequent zu den Zielen in Relation gesetzt. Dieser Qualitätsregelkreis ist auf die Prozesse im Bereich Lehre und Studium anzuwenden.

Gemäß der Definition von Qualität als Zielvalidität und Zielerreichung werden die oben definierten qualitätsrelevanten Elemente als Anforderungen für den einzelnen Studiengang zugrunde gelegt (Programmakkreditierung). In der Systemakkreditierung wird zunächst geprüft, ob die Hochschule ein definiertes Qualitätsverständnis hat und dieses als verbindliche Prämisse ihrem Handeln zugrunde legt.

Die Anforderungen des Qualitätsregelkreises, die auf die Studiengänge angewendet werden, gelten auch für die Prozesse selbst. Dies erlaubt zu überprüfen, ob die Prozesse zielführend, konsistent und ökonomisch sind und Elemente der systematischen Qualitätsüberprüfung und Qualitätsverbesserung umfassen.

regelkreis

Kriterien

Rahmenbedingungen

Die Darstellung der rechtlichen, politischen Rahmenbedingungen und Gestaltungsspielräume der Hochschule im Hinblick auf Durchführung, Überprüfung und kontinuierliche Verbesserung von Studiengängen sowie deren Entwicklung, Einführung und Schließung (Autonomie) sind aufzuführen.

Qualitätspolitik

Qualitätspolitik als Element des strategischen Entwicklungskonzepts und Einbeziehung des daraus abgeleiteten klar definierten Qualitätsgedankens in die Entscheidungen der Hochschule

  • Darstellung der Ziele der Hochschule
    • Verankerung des Qualitätssicherungssystems im Leitbild der Hochschule und Verpflichtung der Mitglieder auf das Leitbild
    • Profil der Hochschule in den Bereichen Lehre und Studium, ggf. Forschung, Service/ Dienstleistung
    • Steuerungssystem im Bereich Studium und Lehre
    • Bezug der Ziele der Hochschule zum übergreifenden Studiengangsprofil und zu den Qualifikationszielen der Studiengänge
    • Darstellung der Konzepte zur Geschlechtergerechtigkeit, Chancengleichheit und Studierenden in besonderen Lebenslagen
    • Internationalisierungsstrategien; Mobilitätsförderung von Studierenden und Lehrenden
  • Definition des Qualitätsverständnisses und der Qualitätspolitik/Qualitätskultur der Hochschule
  • Darstellung der Organisation der Hochschule
    • Gremien und ihre Funktionen, Verantwortlichkeiten, Entscheidungskompetenzen, Zusammenarbeit
    • Beteiligung verschiedener Statusgruppen
    • Strategische Kooperationen

Geltungsbereich des Qualitätssicherungssystems

Qualitätssicherungsprozesse

Angemessene Dokumentation und Implementierung der Qualitätssicherungsprozesse (Verantwortlichkeiten, Befugnisse, Verbindlichkeiten)

  • Darstellung der Prozesse im Bereich Lehre und Studium und deren Verzahnung mit der Aufbau- und Ablauforganisation der Hochschule
    • Dokumentation der Prozesse zur Entwicklung, Einführung, Durchführung, Überprüfung und kontinuierlichen Verbesserung der Qualität der Studiengänge sowie zur Überprüfung der Einhaltung der ländergemeinsamen und landesspezifischen Vorgaben
    • Darstellung der normativen Vorgaben zur Gestaltung der Prozess- und Studiengangsdokumente durch die Hochschule sowie der Instrumente und Prozesse zur Überprüfung der Einhaltung
    • Darstellung der Prozesse der internen und externen Evaluation; der Entscheidungsfindung sowie der Konfliktlösung
  • Entscheidungskompetenzen, Aufgaben und Verantwortlichkeiten der verschiedenen Beteiligten hinsichtlich der Gestaltung, Durchführung, Überprüfung und Verbesserung des Qualitätssicherungssystems
  • Darstellung der personellen und sächlichen Ressourcen des Qualitätssicherungssystems
  • Sicherung der Existenz, Plausibilität, Angemessenheit und Unabhängigkeit der Entscheidungsstrukturen
  • Gewährleistung der Kompetenz aller Beteiligten, Sicherstellung einer kontinuierlichen Qualifizierung des Personals; insbesondere der Lehrenden in Lehre und Prüfungswesen
  • Darstellung der Beteiligung externer Expertinnen und Experten (aus Wissenschaft und Berufspraxis)

 Information und Kommunikation

Maßnahmen der Information und Kommunikation zwischen allen Beteiligten

  • Grundsätze der hochschulinternen Information und Dokumentation
    • Darstellung von Informationsmaßnahmen
    • Sicherstellung der Kommunikation und Partizipation
  • Darstellung des internen Berichtswesens
  • Kontrolle der Herausgabe von Dokumenten und deren Verteilung

Darstellung der jährlichen Berichterstattung gegenüber den Gremien, dem Sitzland und der Öffentlichkeit

Überprüfung und Weiterentwicklung (Qualitätsregelkreis)

Kontinuierliche Qualitätsverbesserung der Studiengänge und des Qualitätssicherungssystems insgesamt

  • Auf Studiengangsebene:
    • Beschreibung des Umgangs mit den Ergebnissen der internen Qualitätssicherungsverfahren (Auswertung der Ergebnisse, Entwicklung von Maßnahmen)
    • Bedarfsplan / Prioritätenliste für notwendige Veränderungen; Umsetzung notwendiger Maßnahmen
    • Regelmäßige Überprüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit der steuernden Maßnahmen
  • Auf Systemebene:
    • Regelmäßige und systematische Überprüfung der Umsetzung und Wirksamkeit der Prozesse
    • Steuerung bei Prozessabweichungen
    • Regelmäßige Überprüfung der Angemessenheit und Wirksamkeit der steuernden Maßnahmen
    • Bedarfsplan / Prioritätenliste für notwendige Veränderungen im Bereich von Lehre und Studium; Umsetzung notwendiger Maßnahmen
    • Systematische Weiterentwicklung des Qualitätssicherungssystems