Programmakkreditierung

 

Das Akkreditierungsverfahren im Überblick:
Verfahrensablauf Programmbegutachtung bei Vertragsabschluss ab 01.01.2018

1. Vertragsabschluss und Verfahrenseinleitung

Auf Antrag der Hochschule und auf Basis der zur Verfügung gestellten Informationen erstellt die Geschäftsstelle von ACQUIN ein Angebot und einen Vertragsentwurf. Im Vertrag werden u.a. die Fristen zur Einreichung der Unterlagen durch die Hochschule, der voraussichtliche Zeitpunkt der Fertigstellung des Akkreditierungsberichts und die Kosten des Verfahrens zwischen ACQUIN und der Hochschule vereinbart.
Gegebenenfalls für die Prüfung von Mängelbeseitigung anfallende Kosten sind in dem Angebot inbegriffen, sofern diese durch die Gremien von ACQUIN geleistet werden kann.
Die Begutachtung erfolgt nach Maßgabe der Musterrechtsverordnung (bzw. Rechtsverordnung des Sitzlandes der Hochschule) gemäß Artikel 4 Absätze 1 – 4 Studienakkreditierungsstaatsvertrag in der jeweils aktuell gültigen Beschlussfassung.
Der Hochschule wird eine Referentin bzw. ein Referent von ACQUIN als Ansprechperson genannt.
Diese Person steht für alle anfallenden Fragen zur Verfügung und begleitet die Hochschule und die Gutachtergruppe durch das Verfahren bis zu dessen Abschluss.
Je nach fachlich-inhaltlicher Ausrichtung des Studiengangs wird das Verfahren dem entsprechenden Fachausschuss von ACQUIN zugeordnet und eine Federführung benannt. Der Fachausschuss benennt die Gutachtergruppe, nimmt zu den Berichten und Beschlussvorschlägen der Gutachtergruppen Stellung und gewährleistet die Gleichmäßigkeit der Durchführung der Verfahren.

2. Einreichen erster Unterlagen der Hochschule

Die Hochschule reicht zu den Profilen jedes zu begutachtenden Studiengangs Unterlagen ein, welche die Benennung der Gutachtergruppe ermöglichen. Hierzu genügt eine digitale Fassung.

3. Benennung der Gutachtergruppe

ACQUIN setzt nach Maßgabe der Leitlinien zu der Benennung von Gutachterinnen und Gutachtern der HRK eine Gutachtergruppe ein. Dabei bezieht sie Vorschläge der Hochschule für das fachliche Profil der Gutachtergruppe ein und überprüft die Personen auf mögliche Befangenheit. Die Gutachtergruppe umfasst Vertreterinnen und Vertreter aus Wissenschaft und Berufspraxis und Studierende. Die Hochschule wird über die Zusammensetzung der Gutachtergruppe informiert und kann ggf. Beschwerde oder Einspruch einlegen.

4. Einreichen der Selbstdokumentation

Die Hochschule reicht eine Selbstdokumentation zur Programmbegutachtung bei ACQUIN in digitaler Fassung ein. Für die Erstellung der Selbstdokumentation werden der Hochschule von ACQUIN Informationen gemäß der Vorgaben des Akkreditierungsrates zur Verfügung gestellt.
Die Selbstdokumentation wird auf Vollständigkeit geprüft. Im Falle von Unvollständigkeit wird die Hochschule kontaktiert und zur Nachbesserung (Vervollständigung/ Ergänzung) der Selbstdokumentation aufgefordert.

5. Erstellung des Prüfberichts

Die Geschäftsstelle erstellt einen Prüfbericht über die Einhaltung der formalen Kriterien nach Teil 2 der Musterrechtsverordnung (bzw. nach Maßgabe der Rechtsverordnung des Sitzlandes der Hochschule). Der Prüfbericht enthält einen Vorschlag zur Feststellung der Einhaltung der formalen Kriterien und ist nach dem Raster des Akkreditierungsrates abgefasst. Über die Nichterfüllung eines formalen Kriteriums wird die Hochschule unverzüglich informiert.

6. Vorbereitung der Gutachtergruppe und Organisation der Vor-Ort-Begehung

ACQUIN stellt sicher, dass die Gutachterinnen und Gutachter angemessen auf das Verfahren vorbereitet werden. Der Gutachtergruppe werden die Unterlagen der Hochschule, der Prüfbericht über die Einhaltung der formalen Kriterien und alle weiteren notwendigen Informationsunterlagen zur Bewertung der fachlich-inhaltlichen Kriterien nach Teil 3 der Musterrechtsverordnung (bzw. nach Maßgabe der Rechtsverordnung des Sitzlandes der Hochschule) übermittelt. Individuelle Fragen einzelner Gutachterinnen und Gutachter im Hinblick auf das Verfahren klärt die Geschäftsstelle bei Bedarf in einzelnen Telefongesprächen.
Vor der Begutachtung trifft sich die zuständige Referentin bzw. der Referent von ACQUIN mit der gesamten Gutachtergruppe zu einem mehrstündigen Gespräch, das der abschließenden Vorbereitung auf das konkrete Verfahren, der Rollenklärung der Gutachterinnen und Gutachter und der Klärung offener Fragen in Bezug auf die Vorgaben und rechtlichen Rahmenbedingungen dient.
Bei Studiengängen, die zum Zeitpunkt der Beauftragung von ACQUIN noch nicht angeboten werden (Konzeptakkreditierungen), und bei Reakkreditierungsverfahren kann die Gutachtergruppe einvernehmlich beschließen, auf eine Vor-Ort-Begehung zu verzichten. Dies geschieht in Abstimmung mit der Hochschule.
Findet eine Begutachtung vor Ort statt, so wird der Termin für die knapp zweitägige Begehung gemeinsam mit den Mitgliedern der Gutachtergruppe und der Hochschule vereinbart. Nach der Terminfindung wird ein Ablaufplan für die Begehung erstellt und mit der Hochschule abgestimmt.

7. Vor-Ort-Begehung

Die Begehung folgt dem vorher mit der Hochschule abgestimmten Ablaufplan, der Gespräche mit Programmverantwortlichen, Lehrenden, Hochschulleitung, Studierenden und ggf. Absolventen und Absolventinnen sowie eine Begehung der Räumlichkeiten vorsieht. Im Rahmen der Gespräche werden auch die Ergebnisse der formalen Prüfung diskutiert und ggf. Nachreichungen der Hochschule entgegengenommen.
Die internen Zwischen- und Abschlussbesprechungen der Gutachtergruppe dienen dazu, sich über die Bewertung (Einhaltung der formalen sowie fachlich-inhaltlichen Kriterien bzw. Formulierung von Mängeln) zu verständigen und eine Beschlussempfehlung zu formulieren.

8. Erstellung des Begutachtungsberichts

Die Erstellung des fachlich-inhaltlichen Gutachtens erfolgt arbeitsteilig durch die Mitglieder der Gutachtergruppe.
Auf Grundlage der Teilberichte erstellt ACQUIN einen Entwurf für den Begutachtungsbericht
und stimmt ihn mit der Gutachtergruppe ab. Das fachlich-inhaltliche Gutachten wird um den
formalen Prüfbericht ergänzt. Der Begutachtungsbericht enthält Vorschläge zur Einhaltung der maßgeblichen Kriterien für den Akkreditierungsrat.
Der Bericht kann Änderungsauflagen zu fachlich-inhaltlichen Kriterien enthalten, die auf solche Mängel begrenzt sind, die keine ablehnende Akkreditierungsentscheidung rechtfertigen und die innerhalb einer bestimmten Frist behoben werden können. Er kann des Weiteren Empfehlungen zur Weiterentwicklung des Studiengangs enthalten, die auf eine Qualitätssteigerung, die über die in der Akkreditierung zugrunde zu legenden Standards hinausgeht, angelegt sind.

9. Stellungnahme der Hochschule und des Fachausschusses

Der Begutachtungsbericht, bestehend aus dem formalen Prüfbericht, dem fachlich-inhaltlichen Gutachten und dem Votum der Gutachtergruppe bezüglich der Einhaltung der Akkreditierungskriterien, wird der Hochschule nach der Vor-Ort-Begehung übermittelt. Sie hat innerhalb von zwei Wochen nach Zugang des Begutachtungsberichts die Möglichkeit, eine Stellungnahme abzugeben.
Der Begutachtungsbericht und ggf. die Stellungnahme der Hochschule werden dem Fachausschuss vorgelegt, der die Gleichmäßigkeit der Anwendung der Beurteilungskriterien gewährleistet. Die Stellungnahme des Fachausschusses wird der Akkreditierungskommission zusammen mit dem Gutachten und der Stellungnahme der Hochschule zum Beschluss vorgelegt.

10. Feststellung des Begutachtungsergebnisses

Auf Grundlage des Begutachtungsberichts sowie der Stellungnahmen der Hochschule und des Fachausschusses stellt die Akkreditierungskommission das Begutachtungsergebnis fest. Die Akkreditierungskommission entscheidet abschließend über die Akkreditierungsempfehlung an den Akkreditierungsrat, die Teil des Akkreditierungsberichts ist. Der Akkreditierungsbericht wird der Hochschule übermittelt. Die Hochschule kann auf Grundlage des Akkreditierungsberichts beim Akkreditierungsrat einen Antrag auf Akkreditierung stellen.
Bevor die Akkreditierungskommission das Begutachtungsergebnis und die Akkreditierungsempfehlung festgestellt hat, kann die Hochschule eine Verfahrensunterbrechung für die Beseitigung von formalen und/oder fachlich-inhaltlichen Mängeln beantragen. Im Einvernehmen zwischen Hochschule und ACQUIN wird für die Mängelbeseitigung ein Zeitplan festgelegt. Der Nachweis über die Beseitigung von Mängeln wird dem zuständigen Fachausschuss und der Akkreditierungskommission zur Prüfung und Entscheidungsfindung für die abschließende Beschlussempfehlung an den Akkreditierungsrat
vorgelegt.
Beantragt die Hochschule die Feststellung einer Mängelbeseitigung erst nach Erhalt des Akkreditierungsberichts, prüft ACQUIN die Mängelbeseitigung auf Wunsch der Hochschule. Kosten aufgrund einer ggf. erforderlichen externen Begutachtung, die über die interne Prüfung durch die Gremien von ACQUIN hinausgeht, sind durch die Hochschule zu tragen und werden in einer zusätzlichen Vereinbarung vertraglich geregelt.

Der Akkreditierungsrat hat zum Akkreditierungsverfahren eine FAQ eingerichtet.