Ablaufschema

Zeitlicher Ablauf des Verfahrens

Von der Einreichung des Zulassungsantrags bis zur Beschlussfassung über die Zulassung durch die Akkreditierungskommission kann mit einem Zeitraum von max. drei Monaten gerechnet werden. Mit Einreichung der Selbstdokumentation zum 1. Februar bzw. 15. Juli eines Jahres findet die erste Vor-Ort-Begehung im Folgesemester statt. Der Termin für die zweite Begehung wird gemeinsam von der Gutachtegruppe und der Hochschule bei der ersten Begehung vereinbart. In der Regel kann diese sechs bis zwölf Monate nach der ersten Begehung stattfinden. Abschließend erfolgt die Gutachtenerstellung, die Übermittlung an die Hochschule mit einer i.d.R. vierwöchigen Frist zur Stellungnahme sowie die Behandlung im Fachausschuss Systemakkreditierung und die Beschlussfassung durch die Akkreditierungskommission.
Bei der Systemakkreditierung werden in einem mehrstufigen Verfahren verschiedene Elemente zur Feststellung der Wirksamkeit von Prozessqualität eingesetzt. Das Verfahren der Systemakkreditierung schließt Stichproben ein, die eine Aussage über die aus der Prozessqualität resultierenden Ergebnisse, also über die Qualität der Studiengänge der Hochschule, zulassen. Verfahrensgrundlage ist der Beschluss „Regeln für die Akkreditierung von Studiengängen und für die Systemakkreditierung“ des Akkreditierungsrates in der jeweils gültigen Fassung.
systemablauf

Detaillierter Ablauf

1. Vorbereitendes Gespräch
ACQUIN führt mit Repräsentantinnen und Repräsentanten der Hochschule ein Gespräch über die Zielsetzung des Verfahrens der Systemakkreditierung, die bei der Begutachtung und Akkreditierung zugrunde gelegten Kriterien, Inhalte und die einzelnen Verfahrensschritte.
2. Antrag auf Zulassung
Die Hochschule reicht bei ACQUIN einen Antrag auf Zulassung zur Systemakkreditierung ein, der eine kurze Darstellung der Einrichtung und des internen Steuerungs- und Qualitätssicherungssystems im Bereich Studium und Lehre umfasst. Bei Vorliegen einer entsprechenden landesspezifischen Regelung ist der Antrag über das zuständige Ministerium einzureichen.
Der Antrag beinhaltet:
• Eine Beschreibung des Profils der Hochschule, des angewandten Qualitätssicherungssystems im Bereich von Lehre und Studium sowie einen Überblick über das Studienangebot der Hochschule, aufgeschlüsselt nach Zuordnung zu studienorganisatorischen Teileinheiten und Abschlussgraden.
• Eine plausible Darstellung der Funktionsfähigkeit des hochschulinternen Systems am Beispiel mindestens eines Studiengangs. Dies umfasst eine zusammenfassende Darstellung des Studiengangs, des Verfahrensablaufs mit Daten, Ereignissen sowie beteiligten Personen und Anspruchsgruppen, der Ergebnisse, der internen/externen Kommunikation der Ergebnisse sowie daraus abgeleitete und ggf. umgesetzte Maßnahmen und Konsequenzen.
• Einen Zeitplan (Roadmap) für die Dauer des vorgesehenen Akkreditierungszeitraums hinsichtlich der Aktivitäten der Hochschule in Bezug auf das Durchlaufen ihrer Studiengänge durch das System.
Bei der ersten Systemreakkreditierung ist zudem der Bericht über die Ergebnisse der Zwischenevaluation vorzulegen.
3. Vorprüfung
ACQUIN überprüft, ob die Zulassungsvoraussetzungen erfüllt sind. Die Akkreditierungskommission stellt unter Einbezug des Fachausschusses Systemakkreditierung das Ergebnis der Vorprüfung fest. Die Geschäftsstelle informiert die Hochschule und den Akkreditierungsrat über das Ergebnis der Vorprüfung. Bei einer erstmaligen Systemakkreditierung können die Studiengänge der Hochschule, deren Akkreditierungsfristen während des Verfahrens auslaufen, zunächst für zwei Jahre akkreditiert werden.
4. Vertrag über die Durchführung eines Verfahrens der Systemakkreditierung
Nach Feststellung der Erfüllung der Zulassungsvoraussetzungen schließen die Hochschule und ACQUIN einen Vertrag über die Durchführung eines Verfahrens der Systemakkreditierung. Im Vertrag werden der Zeitrahmen sowie die Kosten des Verfahrens festgelegt.
5. Einreichen der Selbstdokumentation durch die Hochschule
Die Hochschule reicht bei ACQUIN alle verfahrensrelevanten Unterlagen ein (vgl. Abschnitt Hinweise zur Selbstdokumentation). Die Selbstdokumentation umfasst:
• eine Dokumentation, aus der die internen Steuerungs- und Entscheidungsstrukturen, das Leitbild und das Profil der Hochschule, ihr Studienangebot, die definierten Qualitätsziele und das System der internen Qualitätssicherung im Bereich Studium und Lehre hervorgehen, sowie
• eine Stellungnahme der Studierendenvertretung der Hochschule
6. Zusammensetzung der Gutachtergruppe
Der Fachausschuss Systemakkreditierung setzt eine Gutachtergruppe für die Begutachtung ein und benennt eine Sprecherin oder einen Sprecher der Gutachtergruppe. Die Gutachtergruppe besteht aus mindestens fünf Personen, wovon in der Regel drei Personen mit der Gestaltung der Entscheidungs- und Durchführungsprozesse in Hochschulen, insbesondere im Bereich von Studium und Lehre, vertraut sind, die Leitungserfahrungen besitzen (Studiendekaninnen und -dekane, Gremienmitglieder, Mitglieder von Fakultäts- und Hochschulleitungen) und Offenheit gegenüber verschiedenen Organisationsstrukturen zeigen sowie über Erfahrungen mit unterschiedlichen institutionellen Kulturen verfügen, eine Vertreterin oder ein Vertreter der Studierenden mit Erfahrung in der Hochschulselbstverwaltung sowie eine Vertreterin oder ein Vertreter der Berufspraxis. Ein Mitglied der Gutachtergruppe sollte aus dem Ausland kommen.
Wenn die Durchführung der Stichproben dies erfordern, werden fallweise weitere Gutachterinnen und Gutachter hinzugezogen. Sofern in den Verfahren über berufsrechtliche Zusatzfeststellungen zu entscheiden ist, wird zusätzlich ein Experte beteiligt, soweit staatliche Regeln dies erfordern.
ACQUIN bereitet die Gutachtergruppe auf die gutachterliche Tätigkeit, auf ihre Rolle und das Systemakkreditierungsverfahren vor; die Vorbereitung umfasst auch die Gesprächsführung und die Erstellung des Gutachtens.
7. Begutachtung der Dokumentation und erste Begehung
Die Gutachtergruppe begutachtet die von der Hochschule eingereichte Selbstdokumentation und führt auf dieser Grundlage zur Klärung offener Fragen und zur Erkundung der Praxis des Steuerungs- und Qualitätssicherungssystems an der Hochschule Gespräche (erste Begehung) durch.
Auf der Grundlage der Ergebnisse formulieren die Mitglieder der Gutachtergruppe einen Vorschlag für die zeitliche und inhaltliche Ausgestaltung der zweiten Begehung und benennen die Unterlagen, welche die Hochschule bis zur zweiten Begehung ergänzend vorlegen muss. Die Hochschule wird über das Ergebnis in einem Bericht der ersten Begehung informiert. Die Gutachterinnen und Gutachter definieren die Stichproben und begründen ihre Auswahl. Die Hochschule stellt die notwendigen Unterlagen für die Stichprobe zusammen und reicht diese gemeinsam mit den Nachreichungen rechtzeitig vor der zweiten Begehung bei der ACQUIN-Geschäftsstelle ein.
8. Stichproben
Die Stichproben dienen der Begutachtung relevanter Merkmale der Gestaltung, Durchführung und der Sicherung der Qualität von Studiengängen. In den Stichproben wird anhand relevanter Merkmale der Studiengangsgestaltung, der Durchführung von Studiengängen und der Qualitätssicherung untersucht, ob die im begutachteten System angestrebten Wirkungen auf Studiengangebene tatsächlich eintreten und die Studiengänge den Kriterien des Akkreditierungsrates für die Akkreditierung von Studiengängen und den Vorgaben der Kultusministerkonferenz sowie den landesspezifischen Vorgaben entsprechen.
Die Stichproben werden von ACQUIN auf begründeten Vorschlag der Gutachtergruppe festgelegt. Es ist hierbei vorgesehen, dass die Gutachterinnen und Gutachter während der ersten Begehung einen Vorschlag erarbeiten, der auch die konkrete Ausgestaltung der zweiten Begehung umfasst, dieser wird dann vom Fachausschuss und der Akkreditierungskommission bestätigt bzw. in begründeten Ausnahmefällen abgeändert.
Die Stichproben umfassen mehrere Merkmale. Diese ergeben sich aus den Anforderungen der Kriterien für die Akkreditierung von Studiengängen sowie den ländergemeinsamen und landesspezifischen Vorgaben für die Akkreditierung (beispielsweise Qualifikationsziele, konzeptionelle Einordnung in das Studiensystem, Studiengangskonzepte). Gegenstand der Stichproben kann auch die Berücksichtigung aller Kriterien innerhalb eines Studiengangs oder mehrerer Studiengänge sein. Bei der Auswahl und dem Umfang der Studiengänge, die Gegenstand der Stichproben sind, wird das Fächerspektrum der Hochschule in der Lehre berücksichtigt.
Ausgewählt werden könnten zum einen mindestens zwei verschiedene Merkmale, die dann beispielsweise an verschiedenen (ausgewählten) Studiengängen verschiedener bzw. mehrerer studienorganisatorischer Einheiten untersucht werden. Um die Wirksamkeit des Qualitätssicherungssystems zu überprüfen, sollte ein Studiengang aus der Grundgesamtheit der Studiengänge, die das System bereits durchlaufen haben, betrachtet werden. Die Begutachtung der Stichproben könnte im Rahmen der zweiten Begehung realisiert werden.
Zwischen der Gutachtergruppe und der Hochschule sollte ein gemeinsames Verständnis bestehen, was hinsichtlich der Dokumentation und Ausgestaltung der Unterlagen für die Stichproben erwartet wird und welche Indikatoren für die Auswahl zugrunde gelegt wurden.
9. Zweite Begehung (vertiefte Analyse)
Nach der Begutachtung der Dokumentation überprüft die Gutachtergruppe in einer mehrtägigen Vor-Ort-Begehung die Einhaltung und Wirksamkeit des Qualitätssicherungssystems im Bereich Lehre und Studium entsprechend der Dokumentation. Bei der Vor-Ort-Begehung führt die Gutachtergruppe i.d.R. getrennte Gespräche mit den Qualitätsbeauftragten, mit der Hochschulleitung und den Gleichstellungsbeauftragten, den Leitungen von studienorganisatorischen Einheiten, mit Lehrenden, Studierenden und Vertreterinnen und Vertretern der Hochschulverwaltung. Die Begutachtung dient dazu, das bestehende Qualitätssicherungssystem zu analysieren und Empfehlungen für seine Weiterentwicklung zu formulieren. Dies schließt eine Bewertung der definierten Stichproben ein.
10. Erstellung des Gutachtens
Die Gutachtergruppe erstellt unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Stichproben ein Gutachten. Sie nimmt darin eine Bewertung der Erfüllung der Kriterien für die Systemakkreditierung der Hochschule vor und gibt eine Beschlussempfehlung an die Akkreditierungskommission von ACQUIN als Grundlage der Entscheidung über die Systemakkreditierung. Die Geschäftsstelle von ACQUIN leitet das Gutachten ohne Beschlussempfehlung der Hochschule zur Stellungnahme zu.
11. Stellungnahme der Hochschule
Die Hochschule hat die Möglichkeit, binnen einer vereinbarten Frist (in der Regel vier Wochen) zu dem Gutachten Stellung zu nehmen, um sachliche Richtigstellungen vorzunehmen oder bereits initiierte Verbesserungsmaßnahmen zu beschreiben. Das Gutachten und die Stellungnahme werden dem Fachausschuss Systemakkreditierung übergeben.
12. Stellungnahme des Fachausschusses Systemakkreditierung und Entscheidung der Akkreditierungskommission
Auf der Grundlage des Gutachtens und der Stellungnahme der Hochschule prüft der Fachausschuss Systemakkreditierung, ob die Begutachtung der Hochschule verfahrensmäßig und inhaltlich korrekt erfolgt ist; er verfasst hierüber seinerseits eine Stellungnahme. Die Stellungnahme beinhaltet eine Empfehlung an die Akkreditierungskommission. Diese entscheidet abschließend über die Akkreditierung.
13. Zwischenevaluation
Nach der Hälfte der ersten Akkreditierungsperiode legt die Hochschule eine Selbstevaluation vor. Diese beinhaltet im Wesentlichen eine Übersicht der im bisherigen Akkreditierungszeitraum durchgeführten Verfahren der Qualitätssicherung. Die Unterlagen werden dem Fachausschuss Systemakkreditierung vorgelegt, der seinerseits eine Stellungnahme verfasst. Diese enthält gegebenenfalls Empfehlungen zur Behebung von Qualitätsmängeln. Die Akkreditierungskommission stellt das Ergebnis der Zwischenevaluation fest, stellt dieses der Hochschule zur Verfügung und veröffentlicht es. Das Ergebnis der Zwischenevaluation ist bei der ersten Systemreakkreditierung vorzulegen.
Die Dokumentation der Hochschule sollte sowohl eine vergangenheitsbezogene als auch eine zukunftsbezogene Betrachtung beinhalten, wobei bestehende Dokumentationen des internen Qualitätsmanagements (z. B. jährliche Berichte) für die Zwischenevaluation genutzt werden können. In dieser reflexiven Selbsteinschätzung, in der z.B. Änderungen am Qualitätssicherungssystem seit der Akkreditierung dokumentiert werden, können ebenso Ergebnisse, Maßnahmen und Konsequenzen dargestellt werden. Zudem wäre es sinnvoll, einen Zeitplan (Roadmap) zu geplanten Aktivitäten beizulegen.